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Hilfe, die Billigzahnärzte kommen!

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Zahnärztezentren sind im Trend, Ketten wie Sdent oder McZahn wollen ihre Position in der Schweiz ausbauen. Nach den Billiganbietern im Ausland wollen sich immer mehr Zahn-Discounter auch in der Schweiz etablieren. Sie profilieren sich mit vollmundigen Ankündigungen, aggressiver Werbung und unkomplizierter Patientenaufnahme rund um die Uhr. Wie sollen die SSO-Mitglieder dieser lautstarken Konkurrenz vor ihrer Haustüre begegnen – was tun?

Zahnarztzentren sind im Trend – sie versprechen 24-Stunden-Notfallservice und eine maximale Erreichbarkeit von 365 Tagen im Jahr. Und günstige Tarife: Die Firma „Praxisnetz“, die in Zürich, Winterthur, St. Gallen, Baden und Aarau solche Zentren betreibt, rechnet mit ihrer Kundschaft nach eigenen Angaben auf der Basis des SUVA-Tarifs von 3 Franken 10 ab. Notfallpatienten werden ohne Termin am selben Tag behandelt – ohne Notfallzuschlag, auch nicht an Sonn- oder Feiertagen. Die in Sitten beheimatete Kette Sdent will in den kommenden Jahren 60 Kliniken eröffnen – was etwas gar ehrgeizig tönt angesichts von erst drei bestehenden Zentren. Die Webseite der Aktiengesellschaft ist immer noch „under construction“ – und die Medienberichte über ihre Tätigkeiten basieren weitgehend auf den Angaben ihres Direktors Narcis Paul Rosu. Last but not least hat auch die deutsche Discount-Kette McZahn ihren Schweizer Markteintritt angekündigt. Firmengü̈nder Werner Brandenbusch ist jedoch vorsichtiger als Rosu: Er kündigt vorerst nur eine McZahn-Praxis für Zürich an. Kein Wunder: Zum einen ist er noch auf der Suche nach Investoren, zum anderen hatte sein Unternehmen beim Start im 2006 angekündigt, in Deutschland bis 2009 über 400 Praxen zu eröffnen. Bis heute ist McZahn aber lediglich in vier deutschen Städten aktiv.

Ist billig auch wirklich günstig?

Wieso sollen Billigzahnärzte günstiger anbieten können als der „normale“ Inhaber einer zahnärztlichen Praxis? Da ist zum einen der Grosseinkauf von Verbrauchsmaterial, zum andern eine standardisierte Praxiseinrichtung – das Geschäftsmodell von McZahn (und vieler Zahnärztezentren) basiert auf einem Belegarzt-System: Die praktizierenden Zahnärztinnen und Zahnärzte bezahlen Franchise-Gebühr und/oder eine Umsatzabgabe an das Unternehmen und nutzen dafür Praxisräume und Infrastruktur. Bei den technischen Kosten kann gespart werden, indem Zahnersatz günstig in China oder Asien besorgt wird: So besorgt McZahn seine Brücken und Kronen in Shanghai und Hongkong – dort ist eine Nichtedelmetallkrone mit keramischer Vollverblendung bereits für 100 Franken zu haben.
Aber aufgepasst: Nicht alle, die sich als Billiganbieter anpreisen, sind auch wirklich günstig. So werden Patientinnen und Patienten nicht selten Behandlungen aufgeschwatzt, die zahnmedizinisch gar nicht nötig sind. Preisvergleiche zeigen, dass der angebliche Discounter sogar teurer sein kann als die ganz normale Praxis. Zum Beispiel Sdent.

Aggressives Marketing

Die Sdent-Holding wurde im Mai 2006 in Sitten gegründet und hat sich relativ rasch durch geschicktes und aggressives Marketing in die Schlagzeilen gebracht. Nebst bezahlter Werbung und offensiven Auftritten an Messen sponsert Sdent auch die Fussballmannschaft des FC Sion und weitere Sportarten. Sdent unterhält heute zahnmedizinische Zentren in Sitten, Sierre und Martigny – weitere Zentren sind für Nyon, Montreux, Freiburg, Conthey, Versoix, Bulle, Visp und Champel (Genf) angekündigt. Die Walliser Zahnärztegesellschaft hat wiederholt auf die unlautere und aggressive Werbung von Sdent hingewiesen: Die Patienten würden einer werberischen Dauerberieselung ausgesetzt, mit dem einzigen Zweck, Kunden zu akquirieren
und ihnen möglichst viele Leistungen zu verkaufen. Die Walliser SSO-Sektion hat in einem Preisvergleich sogar nachgewiesen, dass Sdent keineswegs so günstig ist, wie die Kette selber behauptet: Ein Vergleich der verrechneten Leistungen für Schulzahnpflege zeigt, dass die Sdent-Praxis in Sierre um 70% teurer ist als die Schulzahnklinik von Sion...!

Verfasser: Felix Adank, Presse- und Informationsdienst SSO 
Quelle: Schweiz. Monatsschr. Zahnmed. Vol 117: 9/2007

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